The reading lists

Der Februar schickte erste wärmende Sonnenstrahlen über den Alpenkamm. Es war Nachmittag – Ruhezeit bei meinen Großeltern. Mein Großvater und ich hatten es uns im Wohnzimmer auf der Couch mit unseren Büchern bequem gemacht. Als meine Großmutter das Wohnzimmer betrat und den schweren Sessel zur Terrassentür schob, trafen sich die unsere Blicke. Mein Opa und ich angelten uns die Wolldecken und zogen sie uns bis zur Nasenspitze. Nur die Finger und unsere Bücher guckten noch raus. Meine Oma schwang die Terrassentür auf und nahm ihren Sonnenplatz ein – wir froren, doch irgendwie war es auch perfekt. Die kühle Luft, eingekuschelt in Decken – jeder tat sich etwas Gutes. Mein Großvater und ich hatten unsere Bücher, meine Großmutter ihre Sonne.

Bücher haben mich seitdem ein Leben lang begleitet und sind für mich ein Synonym für „Zeit für mich“ geworden.

Vor kurzem erhielt ich eine Mail von Phil Treagus, er stellte mir sein Herzensprojekt „The Reading Lists“ vor und fragte, ob ich für ein Interview zur Verfügung stehen würde. Es weckte mein Interesse und ich sah es mir näher an. Sofort war ich Feuer und Flamme, Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen, wie Kunst, Musik, Wissenschaft, Sport, Autoren und viele mehr, schilderten ihre Liebe zu Büchern, ihre Lieblingsstücke, die sich im Laufe des Lebens verändert haben, berichteten, wann sie Gelegenheit finden, zu lesen und welches Buch jeder Mensch per Gesetz lesen sollte.

Schon an den Fragen merkt man, wie sehr dieses Projekt Phil am Herzen liegt.

Und ich bin schon ein wenig stolz darauf, zusammen mit einem der Musiker und Schauspieler, die mich seit meiner Jugend begleiten – Henry Rollins (Black Flag, Sons of Anarchy) – für dieses Projekt interviewt worden zu sein:

Yvonne Zemke: Books for when the World is Quiet